Projekte in der Berufsfachschule Ergotherapie

Lernsituation: „Nicht von der Stange!“ Hilfsmittel planen, herstellen, anpassen, evaluieren.

Projekte 2019

Wandkalender

Im Rahmen unserer Lernsituation „Nicht von der Stange“ haben wir Frau K. kennengelernt, die in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung lebt. Sie hat uns von ihrem Wunsch berichtet, einen eigenen Wandkalender zum Aufhängen in ihrem Zimmer zu haben, damit sie nicht vom betreuendem Pflegepersonal an ihre Termine erinnert werden muss.

Im Entstehungsprozess haben wir gemeinsam mit ihr überlegt, welche Größe der Wandkalender haben soll, wo dieser in ihrem Zimmer hängen wird und wie die Symbole aussehen sollen. Das Ergebnis ist ein an Frau K. angepasster Wandkalender, der ihr eine Übersicht über eine Woche bietet und in den sie selber ihre Termine mit magnetischen Symbolkarten eintragen kann. Somit fördert dieses Hilfsmittel die Selbstständigkeit und Wochenstrukturierung von Frau K..

Theresa Kaumkötter, Christian Rauls, Lea Fröhlich (BFS Ergotherapie, ET 17)

Trinkhilfe für einen Menschen mit Muskeldystrophie Duchenne Im

Im Rahmen des Unterrichtes „Hilfsmittelherstellung“ wurde uns ein junger Mann mit der Erkrankung Muskeldystrophie Duchenne vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine muskuläre Erbkrankheit, die bereits im Kindesalter auftritt. Folgen des daraus resultierenden Muskelschwundes sind u.a. der Verlust der Gehfähigkeit im frühen Teenager-Alter und darauffolgend der Verlust der Beweglichkeit von Rumpfmuskulatur, Armen und Beinen. 

Wunsch des Mannes war eine Getränkehalter für seinen elektrischen Rollstuhl, um ihm eine weitestgehend selbstständige Flüssigkeitsaufnahme zu ermöglichen. 

Schnell wurde unserer Arbeitsgruppe bewusst, dass das Herstellen einer Getränkehalterung, welche dem Klienten einen sicheren und selbstständigen Umgang garantiert, unsere handwerklichen Fertigkeiten überschreiten würde. 
Dank Internetrecherche war jedoch das ideale Hilfsmittel schnell gefunden. Eine stabiler, flexibler und stufenlos verstellbarer Getränkehalter zum Befestigen an einem Rollstuhltisch. Dieser würde es dem Klienten ermöglichen, sein Getränk mobil bei sich zu tragen und draus zu trinken, ohne auf ständige Hilfe angewiesen zu sein.  

Zugleich tat sich jedoch ein Problem auf. Der Kostenpunkt für die Getränkehalterung belief sich auf 241,32€. Von der Diakovere zugesagt bekommen hatten wir eine finanzielle Unterstützung von 50€. 

Doch mit Hilfe eines Jodel1-Spendenaufrufs und der Eröffnung eines anonymen Spendenkontos haben wir es geschafft eine Summe von 175€ in nur zwei Wochen einzusammeln! Die ausstehende Summe von 66,32€ hat freundlicherweise die Diakovere dazu beigetragen. 
Vielen Dank an alle Spender für die großartige Unterstützung! Mit eurer Hilfe war es möglich die Getränkehalterung zu kaufen und unserem Klienten eine große Freude zu . Nun ist er in der Lage, ohne dauerhafte personelle Hilfe zu trinken und kann sein Getränk sogar mobil mit sich führen. 

Barnabas Dralle, Sana Mohammed und Thea Gelhausen 

¹Eine mobile Social-Media-Applikation, die es ihren Nutzern ermöglicht, anonymisiert Beiträge zu veröffentlichen, die in einem Radius von zehn Kilometern für andere Nutzer sichtbar sind. 

Tischumrandung

Im Rahmen der Lernsituation 19 ,,Nicht von der Stange'' haben wir Schüler der Berufsfachschule Ergotherapie, verschiedene Hilfsmittel in Kleingruppen für Beschäftigte in den Tagwerken Annastift hergestellt.

Unsere Gruppe hatte die Aufgabe, eine Umrandung für einen Plexiglastisch der am Rollstuhl einer Teilnehmerin befestigt ist anzufertigen. Da unsere Beschäftigte in ihrer Bewegung aufgrund ihrer Spastik sehr eingeschränkt ist und sie diese nicht kontrollieren kann, fallen oft hergestellte Gegenstände von ihrem Tisch und gehen womöglich kaputt. Durch die Tischumrandung soll dies verhindert werden. Hier waren natürlich einige Qualitätskriterien zu beachten um ein gelungenes Ergebnis präsentieren zu können und um auch den Ansprüchen der Gruppenleitung gerecht zu werden.

Die Umrandung sollte z.B. jederzeit vom Personal abnehmbar sein, da die Teilnehmerin diese bei verschiedenen Tätigkeiten nicht benötigt. Außerdem soll das Anbringen und Abnehmen der Tischumrandung einen eher geringeren Zeitaufwand haben. Natürlich sollte die Tischumrandung fest am Tisch befestigt sein, nicht aus vielen Einzelteilen bestehen, keinen Abstand zwischen Tisch und Umrandung haben......

Die Tischumrandung wurde selber aus Holz gebaut. Die farbliche Gestaltung mit der Lieblingsfarbe der Beschäftigten, haben wir gemeinsam mit ihr durchgeführt. Dies bereitete uns und ihr große Freude. Sie ist sehr glücklich über das Projektprodukt, es ist ,,super gut '' geworden, auch die
Gruppenleitung ist sehr froh darüber, das jetzt Aufgaben erledigt werden können ohne das etwas vom Tisch fällt und kaputt geht.

Katja Kachel,Laura Frank,Lena Buhk,Chiara Meyer,ET 17

Verstellbare Tischstaffelei

Der Hilfsmittelauftrag aus der Holzwerkstatt der Tagwerke war eine mobile Konstruktion zum Lackieren und Bemalen verschiedener Materialien. Sie sollte für mehrere Beschäftigte verwendbar sein und somit auch ihren kognitiven und physischen Einschränkungen gerecht werden. Jeder einzelne Beschäftigte soll somit das größtmögliche Maß an Selbstständigkeit - während ihrer Arbeit - erlangen.

Die Staffelei mit den Grundmaßen 60 x 60 cm und einer Arbeitsfläche von 40 x 40 cm ist leicht genug um von Mitarbeitern und Beschäftigten an die verschiedenen Arbeitsplätze transportiert zu werden, aber auch groß und robust genug um beim Lackieren und Bemalen nicht zu verrutschen oder zu kippen. Diese Gefahr besteht vor allem bei Spastikern, die mit unwillkürlich-kraftvollen Bewegungen ihrer Arme auf die Arbeitsfläche treffen könnten. Die Staffelei ist zwischen den 120° und 140° auf 3 Stufen verstellbar, so dass sie an die Größe und das Bewegungsausmaß der einzelnen Beschäftigten eingestellt werden kann.

Projekte 2018

Ein Hochbeet für den Kindergarten

In unserem Projekt haben wir ein Hochbeet für die Kinder eines Kindergartens erstellt, da die ErzieherInnen der Einrichtung uns mitteilten, dass dies im Kindergarten fehle. Bis dahin hatten die Kinder Plastikkübel zur Bepflanzung zur Verfügung.
Das Hochbeet steht im Außengelände des Kindergartens. Die Kinder wurden in unser Projekt mit einbezogen, indem sie die Seitenwände des Hochbeetes mit ihren Handabdrücken verziert haben.
Ziel des Produktes ist es, dass die ErzieherInnen und Kinder eine gemeinsame Aufgabe haben. Sie können das Hochbeet zusammen mit den Kindern bepflanzen, besäen und wässern.
Darüber hinaus erleben die Kinder den Prozess vom Einpflanzen des Samens bis hin zur fertigen Blume und erleeben die verschiedenen Jahreszeiten.

Luisa Cuccureddu, Lennart Karl Bebensee, Sana Mohammed, Theresa Kaumkötter, ET17

„Mach mal ´ne Pause!“: Neue Sitzecke im Außenbereich der Tagesstätte Balance

Im Rahmen des Projektunterrichts im 2. Ausbildungsjahr haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, neuen Glanz in den Außenbereich der „Tagesstätte Balance“ in Hannover-Badenstedt zu bringen. Ziel des Projektes war es, die Sitzecke für die Teilnehmer und Mitarbeiter attraktiver zu gestalten und sie zum „Pausemachen“ einzuladen.

Eine vorhandene Sitzbank war beschädigt, die Stühle waren schon etwas heruntergekommen und das Pavillondach war leck. So beschlossen wir, selbst eine komplett neue Sitzbank zusammenzubauen, die vorhandenen Stühle abzuschleifen und neu zu lackieren. Auch konnten wir Teilnehmer der Tagesstätte mit in die Arbeiten einbinden. Regelmäßig halfen diese mit Interesse bei Schleifarbeiten. Wir organisierten außerdem ein neues Dach in der „Balance-Farbe“ blau und befestigten es gemeinsam mit den Teilnehmern.

Teilnehmer und Mitarbeiter der Tagesstätte zeigten sich sehr dankbar und freuten sich über das Ergebnis – und auch wir sind zufrieden und hoffen, mit unserem Projekt auch langfristig einen wichtigen Beitrag zum Wohlfühlen im Außenbereich geleistet zu haben.

Hannah Brunotte, Lena Buhk, Silvia Flechsig, Lea Fröhlich, Danielle Pawelsky, Christian Rauls und Leonie Schmidt, ET17

„Partyhütte für Partypeople“

Von außen sieht es aus wie ein ganz normales Gartenhaus, doch drinnen geht es ab! Im Rahmen unseres Projektunterrichtes haben wir, sieben angehende ErgotherapeutInnen am Diakovere Fachschulzentrum, einen Rückzugsort für die Jugendlichen eines Wohnheims geschaffen. Die Jugendlichen sind an verschiedenen Typen der Muskeldystrophie erkrankt und auf den Rollstuhl angewiesen. In dem Garten der Wohngruppe vom „Annastift Leben und Lernen“ in Bemerode steht ein Gartenhaus, was bis jetzt nur als Lagerraum genutzt wurde. Dieses haben wir geändert!
Wir fragten die Bewohner, was sie sich für das Gartenhaus wünschen. Schnell wurde deutlich, dass sie gerne einen Raum hätten, in dem laute Musik keinen stört. Da nur Musik hören langweilig ist, kam die Idee auf, eine Discokugel an der Decke anzubringen.

Als der grobe Plan stand, schauten wir uns das Gartenhaus mal genauer an und uns wurde bewusst, wie viel Arbeit vor uns liegt. Von außen sah es alt und marode aus und musste erstmal gestrichen werden. Viel schlimmer war jedoch, dass es nicht barrierefrei war und daher nicht zugänglich für die Jugendlichen! So mussten wir uns überlegen, wie wir selber eine geeignete Rampe bauen können. Dieses kostete Zeit und brachte einige unserer Köpfe zum Rauchen. Doch jetzt können die Jugendlichen selber in das Gartenhaus fahren, die Discokugel anschalten und Musik hören. Sie können das tun, was andere Gleichaltrige auch tun! Ihre Freude ist nicht zu übersehen und zu überhören!

Barnabas Dralle, Laura Frank, Thea Gelhausen, Lena Gerken, Freya Lienau, Chiara Meyer,  Jasmin Uschkoreit, ET17

Ausgezeichnet: DIAKOVERE auf Platz 1 der wertvollen Arbeitgeber

Wir alle sind für unsere Gesellschaft systemrelevant – und werden mehr als gebraucht. Da hat es ein Arbeitgeber heute gar nicht so leicht, sich als Marke zu profilieren. Wir setzen dabei auf eine vernünftige, sichere Investition in unsere Personalkosten und zugleich auf ein starkes Miteinander und kollegiales Arbeiten im Team. Das macht Sinn. Und es brachte uns 2019 den 1. Platz als „Wertvoller Arbeitgeber“ in Hannover und Region ein: So urteilte die WirtschaftsWoche nach einer großangelegten Befragung in der Bevölkerung.

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